Üblicherweise betrifft Haarschwund erst die Geheimratsecken, dann den oberen Hinterkopf. Das Haar zieht sich aus der Stirn zurück, bevor sich die sogenannte Tonsur bildet. Zumindest bei den Herren ist es so – meistens. Frauen sind dagegen eher am Scheitel oder an den Schläfen betroffen.

Aber nicht immer fällt das Haar gleichmäßig rechts und links aus. Die sogenannte androgenetische Alopezie, so der Fachausdruck für den genetisch bedingten Haarausfall, kann auch nur eine Hälfte des Kopfes betreffen. Einseitiger Haarausfall muss aber nicht erblich bedingt sein.

Einseitiger Haarverlust wegen Schlafen in Seitenlage?

Mann liegt mit geschlossenen Augen auf der Seite

Bei Säuglingen sieht man meist ganz genau, auf welcher Seite sie beim Schlafen liegen. Da, wo der Kopf auf dem Bettlaken aufliegt und reibt, ist das Haar extrem kurz und dünn oder gar nicht vorhanden. Das ist normal: Durch die Reibung brechen die feinen Haare ab oder wachsen gar nicht erst. Werden die Kinder älter und schlafen mal auf der einen, mal auf der anderen Seite (und dazu auch noch weniger), wächst das Haar in der Regel wieder gleichmäßig.

Da dieser Zusammenhang bekannt ist, wurde einseitiger Haarausfall bei Erwachsenen häufig auch darauf zurückgeführt, dass die Betroffenen in Seitenlage schlafen würden. Besonders unruhige Nächte, Kissenbezüge aus rauen Materialien oder ähnliche Gründe wurden für den einseitigen Haarverlust verantwortlich gemacht.

Dabei verbringen gesunde Erwachsene eigentlich gar nicht ausreichend Zeit im Schlaf, um einen so massiven mechanischen Reiz aufzubauen. Anders ist das bei bettlägerigen Personen, die wie Säuglinge tatsächlich die meiste Zeit im Liegen verbringen. Dass einseitiger Haarausfall bei Erwachsenen durch Schlaf in Seitenlage verursacht wird, kann getrost als Märchen abgetan werden.

Von Stress über Hautinfektionen bis hin zu genetischer Disposition

Mann sitzt vor seinem Laptop, fässt sich an den Kopf und sieht gestresst aus

Die Gründe für einen einseitigen Ausfall können ganz unterschiedlich sein. Nahezu jede Ursache kommt auch hier in Frage. Da ist zunächst einmal der häufigste Auslöser überhaupt: Empfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron. Wenn die Haarfollikel besonders sensibel auf DHT (Dihydrotestosteron) reagieren, ist die Wachstumsphase der Haare verkürzt, sie fallen häufig aus. Passiert das an einigen Stellen besonders extrem (beispielsweise an der Stirn), bilden sich kahle Stellen (die sogenannten Geheimratsecken).

Nun ist kein Mensch von Natur aus exakt symmetrisch angelegt. Es ist also ganz normal, dass der Haarschwund nicht symmetrisch verläuft. Erst dann, wenn die Ungleichverteilung extrem ist, fällt einseitiger Haarverlust als solcher auf und wird hinterfragt.

Stress kann das Problem noch verstärken. Denn unter Stress kommt es oft zu Verspannungen in der Muskulatur der Kopfhaut. Diese können sich durch Spannungskopfschmerz äußern, können aber auch unbemerkt bleiben. Ist die Muskulatur rund um den Kopf stark zusammengezogen, drückt sie auf die in der Muskulatur verlaufenden Blutgefäße. Jene versorgen die gesamte Kopfhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff, sind also für einen gesunden Stoffwechsel inklusive der Zellteilungsprozesse wichtig.

Die Haarmatrixzellen haben durch ihre extreme Teilungsfreude einen höheren Bedarf an Nährstoffen und Sauerstoff als andere Zellen, die sich innerhalb der Haut befinden. Ist die Durchblutung hier gestört, stellen die Zellen ihre normalen Stoffwechselfunktionen ein, das Haar wächst nicht mehr. Irgendwann fällt es aus und wird auch nicht mehr nachgebildet. Stoffwechselprodukte werden nicht mehr zuverlässig abtransportiert, wenn die Durchblutung gestört ist. DHT wird eingelagert.

Treffen nun die genannte Überempfindlichkeit und eine Durchblutungsstörung aufeinander, kann sich einseitiger Haarausfall bemerkbar machen. Ausgelöst durch die nicht zwangsläufig symmetrisch verlaufende Verspannung sieht es so aus, als würde das Haar nur auf einer Seite des Kopfes ausfallen. Ohne Stress wäre überhaupt nichts bemerkbar gewesen.

Angegriffene Haut als Ursache

Hinterkopf eines Mannes, weißer Kopfhautpilz ist zu erkennen

Verschiedene Hautinfektionen, beispielsweise Pilze oder Flechten, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Welche Erreger genau das im jeweiligen Fall sind und welche Behandlung Erfolg verspricht, wird der Dermatologe im Einzelfall feststellen müssen. Einseitiger Haarverlust, der auf eine Infektion zurückzuführen ist, wird normalerweise nach Abklingen der Infektion von alleine wieder verschwinden.

Bleibt der irreversible Haarausfall allerdings unbehandelt, kann sich die Infektion allerdings ausbreiten und ist ab einem gewissen Grad nicht mehr so einfach zu behandeln – auf die leichte Schulter nehmen sollten Sie einen Verdacht auf eine Infektion also nicht.

Eigentlich ist nie die gesamte Seite haarlos

Haarausfall führt nur sehr, sehr selten dazu, dass der gesamte Körper frei von Haaren ist. Meist beginnt der Haarschwund bei Frauen am Scheitel, bei Männern in den Geheimratsecken oder am Wirbel oben auf dem Hinterkopf. Er entwickelt sich eine Weile in eine bestimmte Richtung, breitet sich aber irgendwann nicht mehr weiter aus. Das ist bei einem einseitigen Haarausfall auch so, und zwar unabhängig von den Ursachen des einseitigen Haarverlusts.

Von kreisrunden, kahlen Stellen über diffusen Haarausfall bis hin zu einer androgenetischen Apolezie kann alles als einseitiger Haarverlust bezeichnet werden, was eine Seite des Kopfes stärker betrifft als die andere Seite.

Behandlung richtet sich nach Ursachen, Stadium und angenommenem Verlauf

Bevor wir in der First Hair Clinic ein derartiges Problem behandeln, sprechen wir ausführlich mit unseren Patienten und Patientinnen. Wir werden Sie untersuchen, um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können. Dazu gehört auch, dass wir Erkrankungen wie Anorexie oder Bulimie, Stoffwechselerkrankungen und Mangelerscheinungen ausschließen.

Wir versuchen festzustellen, in welchen Stadien sich der Haarausfall entwickelt, ob es eine genetische Veranlagung zu der bei Ihnen zu beobachtenden Form gibt und klären wie sich das Problem in den nächsten Wochen und Monaten voraussichtlich entwickeln wird.

Erst im Anschluss werden wir versuchen, gemeinsam mit Ihnen die Ursachen zu behandeln und die Symptome so weit wie möglich abzumildern. In manchen Fällen wird eine äußerliche Therapie ausreichen, in anderen Fällen sind vielleicht Medikamente nötig. Es reicht jedoch nie aus, die kahlen Stellen nur zu verdecken. Eine Haartransplantation kann in vielen Fällen ebenfalls Abhilfe schaffen.

Wir arbeiten mit nachhaltigen Behandlungsoptionen

Viele Wundermittel versprechen schnellen Erfolg gegen Haarausfall und wecken in Ihnen vielleicht die Illusion, in wenigen Tagen schon wieder volles Haupthaar zu tragen. Das ist nicht seriös. Gerade wenn es um Haarschwund geht, werden viele angebliche Wunderarzneien verkauft, die nicht wirksam sind. In vielen Fällen sorgt eine professionelle Haarbehandlung für ein effektiveres und besseres Endergebnis. Vor allem die Verwendung neuester Techniken macht hier den Unterschied aus. Unser Team an Spezialisten verfügt über mehrjährige Expertise auf dem Gebiet der Haarverpflanzung und bietet Ihnen mit der Diamant FUE-Methode eine der modernsten Behandlungsmethoden auf dem Markt an.

Fazit: Einseitiger Haarausfall kann behandelt werden

Unser erstes Ziel ist stets, die Ursachen für Ihr Problem zu finden und zu bekämpfen. Eine ausführliche Anamnese inklusive Untersuchungen, um die verschiedenen Erkrankungen auszuschließen, ist also unumgänglich. Wenn sich der Haarausfall in der Behandlung verlangsamt, ist das bereits ein Erfolg. Kann einseitiger Haarausfall ganz gestoppt werden, ist das sogar noch besser. Vor allem nach einer Haartransplantation fängt das Haar wieder an in natürlicher Form zu wachsen.

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