Vermutet wurde es seit langem: Haarausfall und Gene hängen in vielen Fällen ursächlich zusammen. Doch erst 2005 entdeckten Forscher der Uni Bonn tatsächlich ein Gen, das diesen Zusammenhang zu beweisen schien.

Weitere Entdeckungen am Erbgut folgten – ist damit der Weg frei für eine nachhaltige Therapie gegen Haarverlust? Oder muss man sich mit Haarausfall, der genetisch bedingt ist, abfinden?

Wird Haarausfall durch Gene hervorgerufen?

Von Haarausfall spricht man, wenn täglich über hundert Haare ausfallen und wenn dies über einen längeren Zeitraum hinweg geschieht. Nicht immer sind am Haarverlust die Gene schuld: Neben erblich bedingtem Haarausfall gibt es noch zwei weitere Arten. Von ihnen leiten sich alle anderen Unterarten ab.

Grundlegende Arten von Haarausfall

Die Forschung widmet sich allen drei Arten, besonders aber der erblich bedingten Variante. Der Grund: Der Bedarf an neuen Erkenntnissen ist riesig. Schließlich möchte sich nicht jeder Mann mit dem Haarverlust durch Gene abfinden.

Warum, weiß ebenfalls die Forschung: Männer mit Glatze werden im Schnitt fünf Jahre älter geschätzt. Zudem gelten sie als unmodern in ihren Auffassungen. Verständlicherweise möchte das kaum jemand auf sich sitzen lassen. Daher auch das Verlangen nach vollem Haar: Es steht für Energie und Männlichkeit und ist damit einfach attraktiv.

Leider hat das Klischee vom potenten Typ mit der Glatze einen wahren Kern: Verantwortlich für erblich bedingten Haarausfall ist Testosteron. Es bildet das Abbauprodukt DHT (Dihydrotestosteron), welches die Haarwurzeln schädigt. Und zwar unwiderruflich, sodass an den betroffenen Stellen bald kein Haar mehr sprießt.

Das sind die Ursachen für Haarausfall

  • Erblich bedingter Haarausfall: Betrifft vor allem Männer. Grund ist eine Variante des Testosterons (DHT), welche die Haarfollikel angreift und an der Bildung gesunder Einzelhaare hindert. Genetische Veranlagung.
  • Kreisrunder Haarausfall: kreisrunde kahle Stellen, Ursachen sind oft Krankheit, Stress oder falsche Ernährung. Männer wie Frauen betroffen.
  • Diffuser Haarausfall: Haar lichtet sich gleichmäßig, Ursachen sind vielfältig. Betrifft Männer wie auch Frauen.

Haarverlust und Gene: Wie äußert sich erblich bedingter Haarausfall?

Die Unterschiede zwischen all diesen Arten liegen also in den Ursachen, womit auch häufig klar ist, wie er bekämpft werden kann. Lediglich bei der erblich bedingten Form mangelt es bis heute an Erkenntnissen dazu. Dabei leiden bis zu 80 Prozent aller Deutschen unter Haarausfall, der genetisch bedingt ist!

So verläuft genetisch bedingter Haarausfall:

  • Geheimratsecken entstehen und wachsen
  • Oberkopf wird kahl
  • Halbglatze entsteht, die sogenannte Tonsur
  • nur der Haarkranz bleibt stehen

Am Ende bleibt von der einstigen Haarpracht nichts als ein Haarkranz am unteren Hinterkopf. Nur in diesem Haarkranz sind nämlich die Haarfollikel unempfindlich für DHT. Warum aber trifft diese Art Haarausfall durch Gene nicht alle Männer? Schließlich bildet jeder Mann Testosteron, also auch DHT!

Haarverlust und Gene: Das sagt die Forschung

An der Uni Bonn forscht dazu die Abteilung Humangenetik. Bereits 2005 fand man dort einen ersten Hinweis auf die Ursache für den Haarausfall durch Gene. Es handelt sich um einen Abschnitt auf dem X-Chromosom, welches einen genetischen Defekt beherbergt.

Der sorgt dafür, dass die männlichen Haarfollikel dem DHT hilflos ausgesetzt sind. Wer diesen Defekt hat, läuft also Gefahr, später einmal kahl zu werden: klassischer Haarverlust durch Gene!

Inzwischen wurden weitere Gene gefunden, die für eine Glatze verantwortlich sind. Übertragen werden sie je nach Lage auf dem Y- oder X-Chromosom, also vom Vater oder von der Mutter.

Ebenso interessant wie die Frage nach Anzahl und Sitz der ursächlichen Gene ist aber noch mehr: Wie funktionieren die Gene überhaupt?

Haarausfall durch Gene: Therapie in Sicht?

Die Frage nach der Funktion ist wichtig, um eine wirklich nachhaltige Therapie gegen Haarverlust durch Gene zu entwickeln. So ist ein Schwerpunkt in Bonn die Erforschung von Verbindungen zwischen Haarausfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Viele weitere Zusammenhänge werden vermutet und könnten einmal Auskunft darüber geben, wo ein Ansatz für eine mögliche Therapie besteht.

Nur dann lässt sich ein wirksamer Ansatz zur Bekämpfung des Haarausfalls entwickeln. Zurzeit ist es leider noch nicht so weit. Deshalb helfen sich viele Betroffene mit Haarwuchsmitteln.

Die Wirkstoffe heißen Finasterid oder Minoxidil, beide wurden durch Zufall entdeckt und stehen im Ruf, überaus wirksam zu sein. Doch stimmt das auch?

Haarausfall und Gene: Helfen Haarwuchsmittel?

Es gibt sie als Tabletten, als Serum oder auch als Shampoo: Finasterid und Minoxidil sind zwei Wirkstoffe in Haarwuchsmitteln. Sie sollen Haarausfall, der genetisch bedingt ist, stoppen. Zwar klagen manche Nutzer über Nebenwirkungen, welche das tägliche Leben gravierend beeinträchtigen.

Jucken oder Brennen der Kopfhaut können ebenso auftreten wie Störungen der männlichen Potenz. Doch das tut der großen Beliebtheit solcher Mittel keinen Abbruch.

Ihr wahrer Nachteil liegt woanders: Das Ganze funktioniert nicht auf Dauer. Denn Haarwuchsmittel verzögern den Prozess nur, beenden ihn jedoch nicht. Das geht auch gar nicht, weil die Ursachen nicht bekämpft werden.

Und die liegen bei erblich bedingtem Haarausfall nun mal in den Genen! Was also tun, damit der Kopf nicht mehr so kahl aussieht?

Endlich wieder volles Haar

Junger Mann nach Haartransplantation wegen Haarausfall durch Gene.
Sind Sie von erblich bedingtem Haarausfall betroffen, dann sollten Sie eine Haarimplantation in Erwägung ziehen. Denn nichts anderes kann bei Haarverlust durch Gene nachhaltig helfen:

Nur mit einer Haartransplantation erhalten Sie das volle Haupthaar zurück. Mittlerweile erzielen moderne Methoden bereits sehr gute Ergebnisse, die von natürlich gewachsenem Haar nicht mehr zu unterscheiden sind. Zudem werden Haarfollikel aus dem Haarkranz versetzt, was bedeutet:

Eine solche Transplantation hält ein Leben lang. Deshalb ist die Eigenhaarverpflanzung die einzig nachhaltige Form, Haarausfall wirksam zu bekämpfen.

Fazit: Haarausfall kann genetisch bedingt sein, ist aber kein Schicksal!

Wer eine Glatze bekommt, der möchte sich oft nicht damit abfinden. Besonders bei der erblich bedingten Form von Haarausfall hilft aber kaum etwas, denn hier sind wirklich die Gene schuld. Forschung dazu betreibt unter anderem die Uni Bonn.

Im Institut für Humangenetik wurden bereits zwei Gene entdeckt, die für Haarausfall und Glatze verantwortlich sind. Darüber hinaus erforschen die Wissenschaftler aber noch weitere Themengebiete, um daraus eine nachhaltige Therapie abzuleiten.

Bis es so weit ist, müssen Betroffene leider noch etwas Geduld haben. Wichtige Erkenntnisse über Haarausfall und Gene fehlen bislang. Wer ungeduldig ist, der greift darum gern zu Haarwuchsmitteln – doch das hilft nicht auf Dauer.

Das einzig nachhaltige Mittel gegen Haarausfall ist darum die Haarverpflanzung: Sie nutzt Haarfollikel aus dem eigenen Haarkranz, der von Haarausfall nicht betroffen ist.

Deshalb hält das Ergebnis ein Leben lang und lässt sich von natürlich gewachsenem Haar nicht unterscheiden. Somit ist Haarausfall vielleicht genetisch bedingt – aber nichts, womit man sich abfinden muss!

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