Haarausfall und drohende Glatzenbildung sind Probleme, die viele Männer betreffen. Irgendwann lässt sich das immer lichter werdende Haupthaar nicht mehr kaschieren oder ignorieren und über eine Echthaarverpflanzung wird nachgedacht. Diese ästhetische Operation ist manchmal kein günstiges Vergnügen und kann Beträge verursachen, die ein Patient nur schwer allein auf einmal aufbringen kann.

Wahrscheinlich hoffen Sie auch, dass die Haartransplantation durch die Krankenkasse finanziert wird. Doch welche Möglichkeiten gibt es und nach welchen Kriterien wird die Haarverpflanzung von der Krankenkasse übernommen?

Haarausfall: Wenn nur noch eine Echthaarverpflanzung hilft

Wenn sich das Haupthaar lichtet, greifen einige Männer mutig zum Rasierer und tragen fortan eine Glatze. Doch nicht jeder kann oder will sich diesen neuen Look stehen lassen. Mit der Zeit wird der Haarausfall zu einer erheblichen psychischen Belastung. Sie fühlen sich alt, unattraktiv und eventuell leidet sogar Ihr soziales Leben darunter.

Volles und gesundes Haar gilt in unserer Gesellschaft nach wie vor als Statussymbol. Viele Betroffene haben eine wahre Odyssee an Arztbesuchen hinter sich, verschiedene Medikamente und Tinkturen ausprobiert, doch langfristig hat nichts geholfen. Rettungsanker ist dann eine Haartransplantation. Derartige Eingriffe sind schon lange kein Tabu mehr und viele ehemalige Patienten berichten freimütig von ihren positiven Erfahrungen. Auch Prominente geben in den Medien offen zu, dass sie sich einer Haarverpflanzung unterzogen haben.

Das Problem: Eine Haartransplantation ist mit nicht geringen Kosten verbunden. Während die Stars und Sternchen diese Summe locker aufbringen können, ist es für viele Betroffene interessant zu wissen, ob die Haartransplantation von der Krankenkasse übernommen wird.

Was kostet eine Haartransplantation?

Stethoskop und Taschenrechner auf einer Krankenhausrechnung

Eine pauschale Angabe lässt sich an dieser Stelle nicht machen. Zum einen kommt es auf die gewählte Methode der Echthaarimplantation an, andererseits auf die Menge der verpflanzten Haare und schlussendlich auch darauf, ob die Haartransplantation die Krankenkasse bezahlt oder zumindest Teile davon.

Im Trend liegen aktuell besonders schonende Methoden wie die FUE-Technik, bei der die Haare einzeln an der Spenderstelle entnommen werden. Hierbei entstehen im Gegensatz zu älteren Methoden keine Narben, da auf das Herausschneiden von Hautstreifen verzichtet wird. Da diese Technik so beliebt ist und Sie sich sicher fragen, ob die Krankenkasse die Kosten einer Haartransplantation übernimmt, fokussieren sich die Fallbeispiele auf die FUE-Methode.

Bei der Kalkulation kommt es weniger auf die zu behandelnde Fläche an, sondern darauf, wie viele Implantate entnommen und neu verpflanzt werden müssen. Berücksichtigt werden bei einer Berechnung der Kosten einer Eigenhaarverpflanzung auch der Zustand und die Anzahl der noch vorhandenen Haare.

Nach einer Untersuchung kann Ihnen der Arzt genauere Anhaltspunkte nennen. Rechnen können Sie jedoch mit etwa drei bis fünf Euro pro Graft. Durchschnittlich werden bei einer Echthaartransplantation 400 bis 2.500 Grafts verpflanzt. Das bedeutet, Sie sind im günstigsten Fall mit 1.200 Euro dabei, es können jedoch auch 15.000 Euro werden. Durchschnittlich müssen Sie mit einer Summe ab 3.000 Euro rechnen.

Sehen Sie das positiv, immerhin entfallen die Kosten für Haarwuchsmittel, Haarwasser und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie bislang aufgewendet haben, um volleres Haupthaar zu bekommen oder Geheimratsecken zu kaschieren. Trotzdem ist das ein Betrag, der sich nicht einfach nebenbei aus der Haushaltskasse stemmen lässt. Da liegt die Idee nahe, zu überlegen, ob bei einer Haartransplantation die Krankenkasse einspringt.

Wird eine Haartransplantation von der Krankenkasse gezahlt?

Haartransplantation Krankenkasse übernimmt die KostenHierzu gibt es leider schlechte Nachrichten. Eine Haarverpflanzung fällt in die Kategorie “ästhetische Operation”, was bedeutet, dass es sich dabei um eine Schönheitsoperation handelt. Selbst wenn Ihr Haarausfall aus einer Krankheit resultiert, wird der Eingriff nicht automatisch von den Kassen übernommen. Das gilt sogar, wenn Sie sich einer Chemotherapie unterzogen haben und danach Ihre Haare nicht mehr richtig nachwachsen wollen.

Anstatt eine Haartransplantation von der Krankenkasse zu erhalten, dürfen Sie sich dann eine Perücke aussuchen.

Hintergrund: Ihr Haarausfall ist zwar eine kosmetische Beeinträchtigung, doch haben Sie dadurch keine gesundheitlichen Einbußen. Auf die Anfrage von Männern hin, ob die Haartransplantation durch die Krankenkasse abgedeckt wird, kam von den Versicherern häufig schon der Rat, sich doch eine Glatze stehen zu lassen.

Vor allem die gesetzlichen Krankenkassen sind in dieser Hinsicht ziemlich rigoros. Heißt das nun für Sie das große Aus bei einer Haartransplantation durch die Krankenkasse? Das kommt darauf an. Denn keine Regel ohne Ausnahme.

Unter diesen Voraussetzungen wir eine Haarbehandlung von der Kasse übernommen

Mann füllt einen Fragebogen von der Krankenkasse aus

Um für eine Haarverpflanzung die Krankenkasse in die Pflicht zu nehmen und die Zusage für eine Kostenübernahme zu erhalten, muss bei Ihnen eine medizinische Notwendigkeit gegeben sein. Das trifft nicht zu, wenn Sie die Echthaarverpflanzung nur wünschen, weil Sie wieder gerne etwas jünger aussehen würden. Anders stellt sich die Situation dar, wenn sich bei Ihnen aufgrund des Haarausfalls eine schwere Depression entwickelt hat und darin nachweislich der Grund für die Krankheit liegt.

Die Haarverpflanzung durch die Krankenkasse wird dann übernommen, wenn es für Sie wirklich keinen anderen Weg gibt und sich Ihr Zustand zum Beispiel nicht durch eine Perücke bessern könnte. Wie die Erfahrungen gezeigt haben, wird die Haartransplantation bei Frauen von der Krankenkasse häufiger übernommen. Das liegt daran, dass der Haarverlust beim weiblichen Geschlecht als deutlich gravierender eingestuft wird.

Durch ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt können Sie abklären, ob in Ihrem Fall die Haartransplantation übernommen wird oder Sie zumindest mit einem Zuschuss rechnen können. Eine Übernahme ist in der Regel möglich, wenn:

  • Sie schwere Verletzungen davongetragen haben, die zu einem Verlust der Haare geführt haben
  • Sie nach einem Unfall Teile des Haars oder die Haare komplett verloren haben- wie zum Beispiel nach einem Brand
  • Sie unter einer schweren Hauterkrankung leiden, die zu Haarausfall führt
  • durch den Haarverlust unter schweren Depressionen leiden

So kommen Sie zu einer Finanzierung der Haarverpflanzung durch die Krankenkasse

Je nachdem, welches medizinische Problem Sie haben, kann es kompliziert sein, nachzuweisen, dass bei Ihnen eine Indikation für eine Haartransplantation vorliegt. Ein einfaches Attest Ihres Arztes genügt nicht, um die Haartransplantation von der Krankenkasse bewilligt zu bekommen.

Nach dem Antrag werden Sie einen Termin mit dem Medizinischen Dienst (MDK) der Krankenkassen wahrnehmen müssen. Der MDK hat die Aufgabe, ein Gutachten zu erstellen, dass der Versicherer dann eingehend prüft. Danach wird über eine Ablehnung oder eine Bewilligung entschieden. Oft kommt es dann vor, dass Sie für Ihre Haartransplantation einen Zuschuss durch die Krankenkasse erhalten.

Haarverpflanzung- welche Krankenkasse zahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind dafür bekannt, wenig kulant mit der Kostenübernahme von Haarbehandlungen zu sein. Ob eine Haartransplantation von der Techniker Krankenkasse, der DAK oder der AOK übernommen wird, können Sie nur auf Nachfrage erfahren.

Lassen Sie sich jedoch nicht vorschnell abwimmeln, wenn bei Ihnen eine medizinische Indikation vorliegt! Auch die privaten Krankenkassen tun sich schwer mit der Kostenübernahme. Bei vielen Versicherern haben Sie allerdings die Möglichkeit, Tarife abzuschließen, bei denen die Haarverpflanzung von der Krankenkasse wenigstens zum Teil bezuschusst wird.

Beachten Sie jedoch, dass eine Zusatzklausel, die auch ästhetische Operationen abdeckt, Ihren Versicherungsbeitrag in die Höhe treiben wird!

Fazit: Keine einheitlichen Regelungen für die Kostenübernahme

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen, nach denen die Kosten Ihrer Haartransplantation durch die Kasse übernommen werden müssen. Vor allem als privater Versicherter ist es sinnvoll, beizeiten einen Tarif abzuschließen, der die Kosten wenigstens zum Teil deckt.

Bei eindeutigen medizinischen Indikationen, die nicht nur durch ärztliche Atteste, sondern auch durch Gutachten nachgewiesen werden müssen, stehen die Chancen besser, dass die Haarverpflanzung von der Krankenkasse komplett finanziert oder zumindest bezuschusst wird.

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