Haartransplantationen gehören vor allem in Spezialkliniken inzwischen beinahe zur „Routine“ und gelten demnach als unkomplizierte Eingriffe. Ergo tendiert das Risiko, dass hier etwas schiefgehen kann, gen Null. Leider gibt es trotzdem immer wieder den ein oder anderen seltenen Fall, wo beispielsweise ein noch unerfahrener Arzt mit dem Eingriff betraut wurde. Das Ergebnis fällt dann nicht den Erwartungen gemäß aus und bedarf dann eventuell einer Korrektur.

In so einem Fall besteht kein Grund zur Panik. Denn die gute Nachricht ist: eine Haartransplantation, die nicht perfekt verlaufen ist, kann in der Regel korrigiert werden.

Welche häufigsten Korrekturen bzw. Revisions-Operationen es gibt und welche Faktoren eine solche notwendig machen können, erzählen wir Ihnen nun.

Was genau kann zu einer nicht optimal verlaufenen Haartransplantation gezählt werden?

Haartransplantations-Korrektur - Gelungene Haartransplantation

Es gibt mehrere Faktoren, die im schlechtesten Fall zu einer nicht optimalen Haartransplantation führen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Anwendung veralteter Behandlungsmethoden.
  • Daraus können eine vermehrte Narbenbildung oder eine Ausdünnung im Spenderbereich resultieren.
  • Es werden grobe und damit ungeeignete Instrumente verwendet.
  • Das Praxisteam ist nicht gut geschult und/oder ausgebildet.
  • Wichtige Behandlungsschritte werden nicht vom Spezialisten, sondern von ungeschultem Personal durchgeführt.
  • Unprofessionalität. Dazu gehört auch falsch entnommenes und verpflanztes Spenderhaar, wodurch es zu einer traumabedingten und irreparablen Ausdünnung des Kopfhaares kommt.
  • Die Spenderhaare werden an die falsche Stelle transplantiert.
  • Es kommt zum sogenannten „Puppenkopfeffekt“, bei dem die Haare quasi in kleinen Grüppchen zusammenstehen.
  • Es kommt zu einer unschönen Narbenbildung (Breitnarben, zu lange Narben im Spenderbereich, also am Nacken oder am seitlichen Hinterkopf).
  • Die verpflanzten Haare wachsen in zu geringer Menge an.
  • Es wurden zu viele Grafts aus dem Spenderbereich entnommen, was zu einer Spaltung gesunder Haarfollikel und dem Ausfall der verpflanzten Haare führt.

Welche Resultate die oben genannten Aspekte haben und wie Sie diese revidieren lassen können, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Narben nach einer Haartransplantation

Es gibt eigentlich nur noch eine Methode, in deren Verlauf es überhaupt zu einer Narbenbildung kommen kann, nämlich die FUT-Methode. Da hier dünne Hautstreifen entnommen werden, bleiben Narben zurück, die in der Regel aber nur minimal sichtbar sind.

Diese Narben können korrigiert werden, und zwar mit Hilfe der FUE-Methode. Dafür werden Haarfollikel direkt in die Narben eingesetzt.

Daneben besteht auch die Möglichkeit, die Narben zu exzidieren. Bei diesem Vorgang werden die durch die FUT-Haartransplantation verursachten Narben zickzackförmig aus der Kopfhaut entfernt. Die Wundränder werden anschließend wieder so vernäht, dass keine sichtbaren Narben mehr vorhanden sind.

Wer für diesen Schritt keine zweite Haartransplantation durchführen lassen möchte, kann die Narben auch mit Hilfe einer Haarpigmentierung unsichtbar werden lassen.

Die Grafts wachsen in die falsche Richtung

Zu den gravierenderen Schnitzern zählt die falsche Wuchsrichtung der verpflanzten Grafts. Sprich, wenn der behandelnde Arzt die Follikel „gegen den Strich“ eingesetzt hat. Das Ergebnis fällt sehr unnatürlich aus. In diesem Fall müssen die falsch eingesetzten Follikel in einem zweiten Eingriff entnommen und korrekt wiedereingesetzt werden.

Die Haarlinie sieht nicht natürlich aus – der Puppenkopfeffekt

Der sogenannte Puppenkopfeffekt. Klingt niedlich, ist er aber nicht. Beim Puppenkopfeffekt wurden entweder mehrere Grafts unmittelbar in die vordere Haarlinie des Empfängerbereichs eingesetzt und das in den meisten Fällen auch noch im falschen Abstand.

Dieser Effekt stellt sich auch dann ein, wenn der behandelnde Arzt zu wenige double hair grafts verwendet hat. Bei double hair grafts handelt es sich um Grafts, bei denen zwei Haarwurzeln in den Follikeln sitzen.

Treten diese Faktoren auf, bilden sich im Empfängerbereich kleine Haargrüppchen, die darüber hinaus auch noch struppig aussehen – deshalb auch der Vergleich mit einem Puppenkopf.

Die Haardichte stimmt nicht

Last, but not least – die Haardichte stimmt nach der Transplantation nicht. Der Grund: der Arzt hat sich bei der Zahl der entnommenen Grafts nach unten verschätzt. Das Ergebnis: das Haar wirkt trotz der Transplantation dünn. Manchmal reichen die Grafts nicht aus, um die Geheimratsecken aufzufüllen, in einigen Fällen scheint die Kopfhaut durch die verpflanzten Haare.

Wie bei den anderen hier aufgelisteten Fällen ist aber auch hier ein zweiter Eingriff die Revision des Problems.

Zur Info: In einigen Fällen sind ohnehin zwei Sitzungen notwendig, und zwar dann, wenn eine große Anzahl Grafts verpflanzt werden muss, die den Rahmen einer Einzelsitzung sprengen würde.

Wir hoffen, dass wir Ihnen hier einige hilfreiche Informationen und Optionen rund um das Thema der Haartransplantations-Korrektur geben konnten.

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