Dass normales Leitungswasser Haarausfall hervorrufen kann, ist weithin unbekannt. Fallen die Haare aus, so kommen für Betroffene in erster Linie erblich und hormonell bedingte Ursachen infrage.

Darüber hinaus gelten äußere Einflüsse wie Stress oder falsche Ernährung als potenzielle Auslöser. Im folgenden Artikel erfahren Sie, warum auch Leitungswasser zu Haarverlust führen kann und was Sie am besten dagegen unternehmen.

Wie kalkhaltiges Leitungswasser Haarausfall begünstigt

Wasser kann niemandem ein Haar krümmen, so lautet die landläufige Meinung. Tatsächlich jedoch lässt stark mineralhaltiges Wasser die Haare zu Berge stehen, macht sie spröde und hinterlässt Rückstände auf der Kopfhaut.
Verstopfte Poren, Juckreiz und ein gestörtes Hautmilieu sind die Folge. Das beeinträchtigt die Voraussetzungen für ein natürliches Haarwachstum.

Die Haare werden brüchig und gehen aus, wenn die Kopfhaut nicht atmen kann. Verantwortlich dafür ist in diesem Fall eine hohe Kalziumkonzentration im Leitungswasser. Haarausfall kann viele Gründe haben – eine hohe Konzentration an Kalzium und Magnesium ist eine mögliche Ursache.

Weiches Regenwasser und hartes Leitungswasser

Regenwasser plätschert auf die Strasse

Wasser mit hohem Mineralienanteil wird als hartes Wasser bezeichnet. Regenwasser sickert durch den Boden und löst dabei Stoffe aus Gestein und Erdreich. Das ursprünglich “weiche” Regenwasser nimmt je nach geologischer Bodenbeschaffenheit mehr oder weniger Mineralstoffe auf und zugleich an “Härte” zu. Vor allem die Konzentration an Kalzium, also Kalk, und Magnesium bestimmt die Wasserhärte.

Hartes, mineralstoffreiches Wasser ist hervorragend zum Trinken geeignet. Nachteilig hingegen wirkt sich der Kalk nicht nur auf die Leitungen, Armaturen und Küchengeräte aus – auch die Haare werden in Mitleidenschaft gezogen.

Regelmäßig mit hartem Wasser gewaschenes Haar verliert an Feuchtigkeit und Elastizität. Das kann dazu führen, dass es durch Kalkwasser zu Haarausfall kommt. Wie können Sie dem Haarschwund entgegenwirken?

Wirksame Maßnahmen gegen hartes Wasser: Haarausfall vorbeugen

Zum Wohle Ihrer Haartracht sollten Sie diese vor kalziumhaltigem Wasser schützen. Dies ist auf unterschiedliche Art und Weise zu bewerkstelligen. Zum einen durch Verringerung des Mineralgehalts: Die Flüssigkeit erlangt quasi wieder seinen Naturzustand, indem Kalk entzogen wird.

Zum anderen durch nachträgliches Entfernen der Kalkrückstände von Haut und Haar. Grob gesagt stehen zwei Varianten zur Auswahl: Sie machen Ihr Wasser weicher oder Sie entfernen die mineralischen Anhaftungen aus dem Haar. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

Technische Mittel

Gerade in Regionen mit besonders kalkhaltigem Wasser kann sich der Einbau einer Enthärtungsanlage lohnen. Derartige Systeme sorgen dafür, dass sämtliche Leitungen im Haus nur noch weiches Wasser führen. Damit kann Kalkwasser für Haarausfall nicht mehr verantwortlich gemacht werden.

Meist erfolgt die Installation eines Enthärters nicht vorrangig zum Schutz der Haarqualität, sondern um Kalksteinbildung in Haushaltsgeräten und Leitungen nachhaltig zu unterbinden. Duschfilter als Wasserenthärter sind hingegen speziell für die Körperpflege gedacht. Hier werden die unerwünschten Partikel direkt im Duschkopf aus dem Wasser herausgefiltert. Diese Art der Wasserentkalkung schont strapaziertes Haar und empfindliche Haut.

Kosmetische Mittel

Drei Kosmetikprodukte in einer Reihe aufgestellt
Auch die Kosmetikindustrie offeriert adäquate Lösungen gegen brüchiges Haar und Hautprobleme, verursacht durch hartes Wasser. Haarausfall, Schuppen und Hautekzemen soll dabei präventiv entgegengewirkt werden.

Die angebotenen Pflegeprodukte entfernen Mineralansammlungen sowie andere Schadstoffe und verhindern dadurch, dass eine Kalkbarriere die Feuchtigkeitsaufnahme an den Haarfollikeln blockiert.

Eine effektive Tiefenreinigung versprechen Pre-Shampoos, welche Sie bereits vor der Haarwäsche einmassieren, einwirken lassen und wieder ausspülen. Während viele herkömmliche Produkte bei mineralhaltigem Wasser wirkungslos bleiben, erzielen klärende Shampoos mit speziellen Anti-Kalk-Zusätzen einigermaßen zufriedenstellende Ergebnisse bei der Eliminierung von Mineralrückständen.

Darüber hinaus empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Leave-In-Conditionern und Haarmasken.

Einfache Hausmittel

Eine Zitrone neben einer Flasche Essig

Neben eigens für die Haarpflege bei hartem Leitungswasser entwickelten Kosmetikprodukten können Sie auch zu Hausmitteln greifen. Wir sind in der glücklichen Lage, über das Leitungsnetz mit Trinkwasser versorgt zu werden.

Trotz dieses elementaren Qualitätsmerkmals kann kalkhaltiges Leitungswasser Haarverlust auslösen. Diesen unerwünschten Effekt vereiteln Sie alternativ zu erwähnten Spezialshampoos unter Zuhilfenahme simpler Hausmittel.

Säurehaltige Flüssigkeiten wie Essig oder Zitronensaft eignen sich dafür hervorragend. Dezent dosiert – etwa zwei Esslöffel davon mit einem Liter Wasser vermengt – löst eine Essig- oder Zitronenspülung zuverlässig mineralische Anheftungen aus dem Kopfhaar.

Auch ein paar Tropfen Mandelöl oder eine Messerspitze Kokosöl können kleine Wunder wirken: Das von überschüssigem Kalk angegriffene Haar wird geschmeidig und die schützende Feuchtigkeit bleibt erhalten.

Das natürlichste Mittel: Regenwasser

Regenwasser sammeln und für die Haarwäsche verwenden: Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben und den Aufwand nicht scheuen, bleiben Sie von der Problematik Kalkwasser, Haarausfall und Hautirritation gänzlich verschont.

Sie können sich auch mit Mineralwasser aus der Flasche behelfen: Hierbei ist auf die Inhaltsstoffe zu achten. Um dem weichen Regenwasser möglichst nahezukommen, sollte das Mineralwasser idealerweise einen möglichst geringen Kalziumanteil haben. Oder Sie kochen Ihr Leitungswasser ab und gießen es durch einen Kaffeefilter, um es von Kalk zu befreien.

Ist tatsächlich das Leitungswasser für meinen Haarverlust verantwortlich?

Mann mit feuchten Haaren und kahlen Stellen am Kopf

Hartes Wasser kann Haarausfall auslösen, aber in den meisten Fällen liegen dem Lichterwerden des Haupthaares andere Ursachen zugrunde – zum Beispiel:

  • Erbliche Veranlagung
  • Hormonumstellung
  • Autoimmunerkrankungen
  • Mangelerscheinungen
  • Stress

Die Ausprägung des Haarverlusts – an welchen Stellen, in welchem Ausmaß und Tempo – lässt Rückschlüsse auf die Art des Haarausfalls zu. Die häufigsten Typen sind:

Fortschreitender Haarschwund ist für den Großteil der Betroffenen eine schwere mentale Belastung. Spätestens dann, wenn potenzielle Auslöser wie kalkhaltiges Wasser, Vitamin- oder Schlafmangel ausgeschlossen werden können, ist eine medizinische Abklärung der sinnvollste Schritt.

In den meisten Fällen lautet vor allem bei Männern die Diagnose androgenetische Alopezie, also erblich bedingter Haarausfall. Hier werden per Eigenhaarverpflanzung die besten Ergebnisse erzielt. Bei reversiblen Prozessen setzt das Haarwachstum nach Behebung der Ursache selbsttätig wieder ein, etwa bei Schwermetallvergiftungen oder Mangelernährung.

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